Kanzel, St. Petrus ad vincula Gesmold Maria Königin Wandgemälde im Eingangsbereich Madonna Innenraum Kreuzwegstation (Detail) Innenraum Schmerzhafte Mutter, St. Petrus ad vincula Gesmold Deckengemälde Kanzel (Detail)

"mass mob" in der St. Petrus Kirche Gesmold

Am vergangenen Samstag waren erstaunlich viele junge Gesichter in der Vorabendmesse. Im Verlauf des Gottesdienstes steigerte sich die musikalische Begleitung und auch die aktive Beteiligung der Gemeindemitglieder.

Am Samstag 25. April 2015 läuteten die Glocken wie gewohnt zur Vorabendmesse um 18:30 Uhr. Wie gewohnt kamen die ersten Gottesdienstbesucher zur Kirche und nahmen ihre vertrauten Plätze ein.

Ungewohnt war für einige, dass junge Menschen in der Kirche waren. Die Reihen waren stärker gefüllt, als es bislang üblich ist. Unüblich waren dann auch die musikalische Begleitung, die Inhalte und die aktive Beteiligung der Gemeinde.

Am Weltgebetstag für geistliche Berufe veranstalteten die Jugendlichen der Pfarreiengemeinschaft einen sogenannten "mass mob". Die Mitglieder der Jugendschola Gesmold und der Young Voices aus Wellingholzhausen stiegerten sich von Lied zu Lied. Sehr eindrücklich beschreibt eine junge Frau aus Westerhausen ihren Gottesdiestbesuch.

"Als ich neulich in der Kirche war..."

„`Am Samstag machen wir mit möglichst vielen Jugendlichen ein Experiment..´, so die Einladung zu einem Gottesdienst, die mich auf eher unkonventionellem Weg erreichte: über Facebook. 

Ein Gottesdienst, in dessen Verlauf immer mehr Unerwartetes versprochen wurde. „Vielleicht setzt die Kirche jetzt auf Pyrotechnik“ war die eher spöttische Vermutung eines Freundes, die meiner Neugier allerdings keinen Abbruch tat.

So saß ich also am Samstagabend in der Kirche und wartete auf den Beginn der Messe, als eine mir nur allzu bekannte Titelmelodie den Kirchenraum erfüllte: Fluch der Karibik, nicht allein auf der Orgel, sondern unterstützt durch Schlagzeug und Co. Diese Musik rief nicht nur in mir Verwunderung hervor. Die Köpfe der Gemeindemitglieder drehten sich, die Quelle der Musik suchend, überraschte Blicke wurden ausgetauscht, die Mitwissenden grinsten – mit solchen Überraschungen war also zu rechen.

Dass für diesen Gottesdienst die Orgel eher zweitrangig sein würde, konnte schon nach der Begrüßung durch den Pastor und die Hinführung der Pastoralreferentin vermutet werden. Ein Klavier wurde vor die ersten Bänke geschoben und spielte ein Lied, zu dem allerdings weder Noten noch ein Liedtext vorlagen. 


Plötzlich standen aus der Mitte der Gemeinschaft, von den verschiedensten Bänken Mädchen in Dreiergruppen auf und stimmten das Lied „Kumbaya my lord“ an. 




Mit jeder Strophe wurden es mehr Sängerinnen, die nach vorne gingen und dort einen Chor bildeten – in der Gemeinde herrschte absolute Stille. Ich selbst war fasziniert vom tollen, stimmungsvollen Gesang.



Von Klavier, Trommel und Flöte begleitet entwickelte sich dieser Chor zu einem Highlight des Gottesdienstes.




Anstelle der Predigt legte die Pastoralreferentin Maria Springwald ein authentisches Glaubenszeugnis ab. Doch auch hier war der Überraschungen noch nicht genug. Es kam zu den Fürbitten und die Gemeinde war aufgefordert, diese selbst zu formulieren und mithilfe eines durch die Reihen wandernden Handmikrophons miteinander zu teilen. Der Chor begleitete die Bitten mit Gesang und senkte diesen, wenn eine Bitte gesprochen wurde und hob diesen danach wieder. Auch hier verfehlte der Chor seine Funktion nicht und sorgte für hohe Emotionalität in der Gemeinde.


Ich selbst muss zugeben, dass ich selten so berührt von den Fürbitten und der mitreißenden Stimmung innerhalb einer Messe war.  




Diese Stimmung wurde au ch grandios vom Chorleiter am Klavier aufgebaut, der sein Spiel zwischendurch unterbrach, die Gemeinde dirigierte und mithilfe des Chors einen schwungvollen Kanon anleitete. 


Ich denke, dass der Beifall am Ende des Gottesdienstes, der nicht nur dem Chor, sondern ebenso dem ehrlichen Glaubensbekenntnis, der sehr treffenden Predigt und allen Mitwirkenden galt ebenso für sich spricht wie die Gemeinde, die den Anklang dieser Form der Messe in deutlichen Belobigungen kundtat. In einem Wort gefasst war dieser „Mass Mob“ schlichtweg eines: schön.  


Ich habe selten einen so mitreißenden Gottesdienst erlebt, der gleichermaßen zum Nachdenken angeregt wie er Spaß gemacht hat."

 Von Hannah Beckemeyer

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