Wandgemälde im Eingangsbereich Innenraum Kirchturm (Detail) Maria Königin Madonna Kreuzwegstation (Detail) Deckengemälde Schmerzhafte Mutter, St. Petrus ad vincula Gesmold Kanzel (Detail) Kanzel, St. Petrus ad vincula Gesmold

Im Blickpunkt - die Weihnachtskrippe

Weihnachtskrippe in St. Bartholomäus, Wellingholzhausen

St. Bartholomäus Wellingholzhausen, Krippenaufbau Weihnachten 2008 - Bild gross anzeigen
St. Bartholomäus Wellingholzhausen, Krippenaufbau Weihnachten 2008

Figuren:

Holz, farbig gefasst, Höhe der Hauptfiguren ca. 80–110 cm, Lukas Memken 1932 und Ludwig Nolde 1950 sowie neuere Ergänzungen

Lukas Memken (1860–1934) wurde im Hümmling geboren, seit 1888 lebte und arbeitete er in Osnabrück. Er schuf die ersten Krippenfiguren: die Heilige Familie, zwei Hirten mit Schafen und Hütehund und einen Engel. Auch Ochs und Esel als Relieffiguren sind erhalten, zurzeit aber eingelagert. Sein Schüler Ludwig Nolde (1888–1958), gebürtiger Osnabrücker, ergänzte nach dem Krieg die Krippe um die Heiligen Drei Könige, die alte Frau mit Enkelkind in Grönegauer Tracht und den jungen Mann, der frische Blumen und einen Sack voller Feldfrüchte bringt.

An den älteren Figuren von Memken wird der Einfluss der Nazarener deutlich: Ihre Gesichtszüge entsprechen klassischen Idealen, die Haltung ist voll frommer Andacht. Ludwig Nolde hat sich hiervon entfernt: Seine Gestalten sind aus der eigenen Erfahrung beeinflusst, die Gesichter ausdrucksvoll und individuell. 

In den beiden letzten Jahrzehnten wurde das Ensemble um einige Neuanschaffungen ergänzt: Ochs und Esel stammen aus dem Handel (Fa. Ludwig, München, 1992), das Schaf mit Lamm fertigte der Wellingholzhausener Künstler Bernd Obernüfemann im Jahre 2003. 

Die Krippe in St. Bartholomäus ist als sog. Heimatkrippe gestaltet – das Geschehen der Geburt findet inmitten der Häuser des Grönegaus statt. Ganz ähnliche Fassaden wird man um die Wellingholzhausener Kirche und bei den Höfen der Umgebung finden. Die schönen Fachwerkkulissen wurden von Tischlern aus Wellingholzhausen hergestellt.

Extra-Spot:

Die alte Frau, die ihr Enkelkind an der Hand führt, ist gekleidet wie viele Frauen im Grönegau des 19. Jh. Sie trägt die traditionelle Goldhaube mit einem geklöppelten Band, ein schwarzes Untergewand und den violetten Umhang. Sie und ihr Enkelkind gehen in den typischen Holzschuhen der damaligen Zeit. Die Großmutter führt den Jungen zum Kind von Bethlehem – wie selbstverständlich wurde der Glaube weitergegeben von Generation zu Generation. 

Der junge Mann bringt Blumen und frische Feldfrüchte zum Kind – hier wird deutlich, dass die Menschwerdung Gottes unter uns und zu jeder Zeit stattfindet.

Links: Alte Frau mit Kind in ortsüblicher Tracht. Rechts: Junger Mann mit Blumen und Feldfrüchten. Weihnachtskrippe St. Bartholomäus Wellingholzhausen, Ludwig Nolde 1950. - Bild gross anzeigen
Links: Alte Frau mit Kind in ortsüblicher Tracht. Rechts: Junger Mann mit Blumen und Feldfrüchten. Weihnachtskrippe St. Bartholomäus Wellingholzhausen, Ludwig Nolde 1950.

(Die Figuren wurden von Gerhardt Falke, Wellingholzhausen, i. J. 2008 farblich neu gefasst)

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